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Einbürgerungstest

Vielleicht wird ja eines Tages ein Gesellschaftsspiel daraus - aus dem Einbürgerungstest. Bislang gibt es aber nur 300 Fragen mit je vier Antwortmöglichkeiten. Das ist doch ein bisschen zu wenig Stoff für eine etwas länger andauernde Intellektuellen-Fête. Aber man kann ja mal üben im Familienkreis - da ist es auch nicht ganz so peinlich, wenn man nach 17 falschen Antworten ausgebürgert wird.

Meine persönliche Lieblingsfrage ist übrigens gleich Nr. 4. „Welches Recht gehört zu den Grundrechten in Deutschland?" heißt es da. Aber nicht die Frage, sondern die Antwortvorgaben entlarven die zutiefst individualistisch-freiheitliche Grundeinstellung desjenigen, der an dieser Stelle des Fragekatalogs seinen - fast ist man geneigt zu sagen: anarchistischen - Input abliefern durfte. In eine logische Reihe gebracht symbolisieren die Antworten zunehmende Freiheitsgrade für Gewalttätigkeiten des Einzelnen: Faustrecht - Waffenbesitz - Selbstjustiz - Meinungsfreiheit. Will heißen, wer ordentlich Faustkampf geübt hat, möglichst viele Waffen besitzt und im Zweifelsfall selbst Recht spricht, der braucht doch wirklich keine Meinungsfreiheit zu fürchten, oder?