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Privilegien

Zu allen Zeiten wurden Privilegien von den Herrschenden und ihren Verwaltern an die Untertanen verteilt. Wer das richtige Bewusstsein hatte, also den Mächtigen nach dem Munde redete, wurde mit Besitz und Einkommen belohnt.

Diese althergebrachte Form der Gefügigmachung und Umerziehung funktioniert auch heutzutage wieder. Zunehmend werden nämlich Einkommen und Gewinne nicht mehr am Markt im fairen Wettbewerb erstritten und erkämpft, sondern durch intelligente Interpretation von Verwaltungsvorschriften ergattert oder das Ausnutzen von Schlupflöchern womöglich ergaunert. In jedem Falle werden die Einkommen durch Verwaltungshandeln ermöglicht. Mit Markt, Wettbewerb und auch mit Demokratie hat das wenig zu tun; Gewinne werden wie einst Pfründe vom Staat zugeteilt.

Statt sich etwas einfallen zu lassen, was anderen Menschen gefallen könnte, wofür sie also freiwillig und freudig ihr Geld hergeben, ist es oftmals rentabler, sich vom Staat etwas zuteilen zu lassen. Man muss also die Kreativität darein investieren, einen schlauen Weg zu finden, den Staat dazu zu missbrauchen, den Mitmenschen das ungeliebte Produkt aufzudrängen.